Wachteleier – Delikatessen aus dem Käfig

wachtelhaltung-vorschauJedes Jahr werden in Deutschland etwa 500.000 Wachteleier verspeist, Tendenz steigend. Mittlerweile wird die „Delikatesse“ nicht nur in Feinkostläden, sondern auch im Supermarkt zum Kauf angeboten. Beworben werden die Eier als cholesterinarm und gut verträglich. Kaum einem Verbraucher dürfte aber bekannt sein, dass Wachteln ebenso wie Hühner in Legebatterien gehalten werden – eine Tatsache, die Erzeuger und Händler verständlicherweise nicht gerne öffentlich machen. Dabei kam ihnen bislang zugute, dass es keinerlei Bilder aus deutschen Wachtelbatterien gab. Jetzt liegt erstmalig Bildmaterial vor, das die nicht artgerechten Haltungsbedingungen in Wachtelbatterien aufzeigt.
In Gruppen von bis zu 25 Tieren werden Wachteln meist in flachen Drahtgitterkäfigen mit einer Größe von etwa 80 x 40 cm gehalten – jedem Tier bleibt so etwa der Platz einer Postkarte. Ein Sandbad zum Reinigen von Milben und Schmutz ist nicht vorhanden, eine besondere Tränke und ein abgeschirmter Ruheplatz meist ebenso wenig. In der Regel erfolgt die Haltung in dunklen Hallen ohne Sonne und natürliche Luftzufuhr, die Tiere zeigen Verhaltensstörungen und Aggressionen bis hin zum Kannibalismus. Freilebende Wachteln sind sehr bewegungsfreudig, sie rennen, fliegen und springen senkrecht in die Höhe (v. a., um Artgenossen in Stresssituationen zu warnen) – durch die fehlende Bewegungsmöglichkeit entwickeln viele Tiere in den zu engen Ställen Haltungsschäden sowie Abszesse und typische Gelenkerkrankungen.
In der Schweiz sowie in Österreich ist die reine Käfighaltung von Wachteln, wie sie in Deutschland praktiziert wird, längst verboten, dortige Tierschützer warnen daher dringend vor dem Kauf von nicht gekennzeichneten Produkten auch aus dem deutschen Ausland.

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